Nachhaltig - Regional - Zukunftsorientiert

Walder Dorfladen

von den Anfängen bis heute

Die Geschichte von den Einkaufsgelegenheiten in Wald

Durch seine Heirat am 17.05.1885 mit der verwitweten Walburga Schmid, Wald 13, (Krämereibesitzerin) wurde der am 20.01.1857 in Hofen 20 geborene Sebastian Spöttle der bekannte Lebensmittelhändler in Wald.

Am Anfang gab es neben Lebensmitteln auch Stoffwaren und Haushaltsartikel die er auch außerhalb des Ladens durch Handelsschaft per Pferdefuhrwerk bis nach Seeg transportierte und verkaufte.


Nach guten Zigarren brauchst du nicht weit laufen, 

die kannst du dir alle bei Sebastian Spöttle kaufen.
oder
Wer richtig kauft nach seinem Sinn mit Billigkeit verbunden
der geht nach Wald zum Spöttle hin und sieh, er hat‘s gefunden

Handelsschaft Sebastian Spöttle, Werbespruch


Die beiden  hatten drei Töchter und einen Sohn. Leider sind die Töchter bereits im Kindesalter gestorben. Der einzige Sohn, Karl, geboren 14.01.1889, wuchs in Wald auf und lebte hier bis ins hohe Alter – er starb 1972 mit 83 Jahren. Er hatte das Geschäft von seinem Vater Sebastian übernommen und betrieb außer dem Laden die Handelsschaft weiter. Zu diesem Laden mit Handelsschaft gab es in der ganzen Gegend unterschiedlichen Einzelhandel, meist in kleinen Räumen und Küchen (siehe unten „Andere Lebensmittelgeschäfte“).
Am 19.04.1920 heiratete Karl Spöttle die Balbina Sontheim (17.11.1897–15.04.1937) aus Görisried.



Karl und Balbina hatten drei Töchter:  Johanna, Emilie und Walburga, die auch alle in Wald blieben. Traurigerweise starb Balbina Spöttle bereits 1937 mit nur 40 Jahren. Nach dem Tod ihrer Mutter musste nun Johanna, mit erst 14 Jahren, die Schürze anziehen und in den Laden stehen um den Verkauf zu übernehmen. Sie übernahm damit eine wichtige Rolle im Familienbetrieb. Zur Unterstützung wurde eine Haushälterin eingestellt.

Mitte/Ende der 1940er Jahre (zwischen 1945-1950) beendete Karl Spöttle die Handelsschaft und betrieb nur noch den Laden im Haus an der Hauptstraße (Wald 13, alte Hausnummer).

 

Das Gebäude war unterteilt: Eine Hälfte für das Wohnhaus, die andere Hälfte für den Laden (siehe Bild) und im Trakt dahinter der landwirtschaftliche Teil.

Johanna Spöttle heiratete 1947 Franz Rehle aus Unterrammingen. Sie führte von nun an das Geschäft unter den Namen Rehle weiter.
Ihr Sohn Karl (geb. 1950) heiratete 1978 Josefine Müller aus Geisenried.

1993 wurde ein neues und größeres Geschäftsgebäude (Nesselwanger Straße) südlich, am Rand des Grundstückes auf den Grundmauern der landwirtschaftlichen Maschinenhalle gebaut. Zu diesem Zeitpunkt übernahm Sohn Karl mit seiner Frau Josefine das Geschäft und führten es zusammen unter den Namen „SPAR Lebensmittelmarkt Rehle“ weiter.

Auf dem alten Anwesen wurde 2006 der Stadel aus dem 19. Jahrhundert, der auch auf vielen Fotos zu sehen ist und von den Familien Spöttle/Rehle oft als Lagerraum benutzt wurde, abgebrochen und als unser heutiges Dorfmuseum wieder aufgebaut.

Die restlichen Gebäude wurden 2012 abgerissen. Das Grundstück übernahm die Gemeinde Wald und legte an dieser Stelle, gegenüber der Raiffeisenbank, einen vorläufigen Parkplatz an.

Den „SPAR Lebensmittelmarkt Rehle“ gab es in Wald noch bis Ende 2019, als Karl und Josefine Rehle planten, das Geschäft mit Immobilie an einen möglichen Nachfolger zu übergeben.

Im Herbst 2019, kam es zum ersten Treffen im Dorf, um über die Zukunft des Ladens abzustimmen. Am 17.Dezember 2019, wurde der „Walder Dorfladen“ als Unternehmergemeinschaft gegründet. Viele Walder Bürger wurden Teilhaber.

Am 1. Januar 2020 übernahm diese UG das Ladengeschäft. Die Immobilie erwarb die Gemeinde Wald.


Weitere Informationen über andere Lebensmittelgeschäfte und Käsereien in Wald erfahren Sie hier:

Andere Lebensmittelgeschäfte in Wald
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